Dienstag, 31. Dezember 2013

11. Tag: Faultier und Drake Bay

Um halb sieben Uhr wecken uns die Sonnenstrahlen in den Zelten. Im offenen Frühstücksraum mit Blick auf  den Fluss im Urwald stärken wir uns mit Obst, Pfannkuchen, Ei und Kaffee. Dann geht es auf eine kurze Wanderung: Erst überqueren wir eine Brücke über den Fluss, dann stapfen wir in den Urwald. In den Wipfeln erblicke ich etwas Dunkles. Mit der Kamera zoome ich es heran. "Ein Faultier!" rufe ich die Anderen zurück. Das Tier betrachtet uns ebenfalls, dann scheibt es sich langsam in dichteres Laub.
Im Schatten des Waldes folgen wir dem Pfad hinauf zu einer Lichtung, von der sich uns der Anblick über ein grünes Tal bietet, Neben uns schimpfen Vögel in einem riesigen Baum. Nach einer kurzen Rast kehren wir zurück, finden unser Faultier noch einmal im Geäst und biegen nach ein paar hundert Metern auf der Piste wieder in den Wald ein. Neben unserem Ziel, einem zehn Meter hohen Wasserfall, flattert ein Morpheo-Falter durch die Baumschatten.
Nachdem wir uns bei Kees verabschiedet haben, geht es nach Sierpe, wo uns bei einem Restaurante das Boot abholt. Über den Rio Sierpe und durch Mangoven-Wälder geht es in die Drake Bay. Am Strand erwartet uns bereits Martina mit einem Fahrer, der uns hoch in den Ort zu Martinas Herberge fährt. Nachdem wir uns von ihr die Optionen für die nächsten Tage erklärt lassen haben, halten wir beim Mittagessen Familenrat. Heute möchte Luis zum Strand, für Morgen bestimme ich Reiten.
Am Strand gibt es gar kein Krokodil, wie Martina uns versprochen hatte: "Es ist noch ganz klein, bloß ein Meter Fünfzig lang. Wenn es euch sieht, läuft es entweder davon oder bleibt liegen."
Also machen wir einen Spaziegang ohne Reptil. Wir lassen uns den Pazifik um die Füße spülen, knacken eine Kokosnuss und schauen zu, wie die Schatten länger werden. In einer Hütte am Strand, an der ein Bayer-Schild baumelt, kaufen wir uns Getränke, dann versuchen wir um fünf Uhr daheim irgend jemandem ein frohes neues Jahr zu wünschen. Vergebens. Und so machen wir uns nach dem Abendessen im Dunkeln zum Strand auf und schauen zu, wie die Herbergen der Umgebung ihre Feuerwerke abschießen.

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