Morgens steigen wir den regennassen Geröllpfad von unserer Cabina zum Küchengebäude hinauf, während die dunkelgrünen Hügel ringsum noch im Nebel stehen. Unsere Gastgeber meinen es wieder sehr gut mit uns, doch wir können den gebutterten Zwieback, die Eier, gebratenen Kochbananen und Reis mit Bohnen nicht aufessen. Heute soll es in den Nationalpark Tenorio gehen und wir wollen zum Oberlauf des Rio Tenorio wandern. Dort soll man auch baden dürfen. Mit etwas Glück und wenn wir nicht zu laut sind, können wir vielleicht wieder ein paar Tiere sehen.
Mit Rucksäcken voller Wasser, Badesachen und Fotoapparaten stehen wir an der Anmeldung. Hier ist allerlei Getier in Alkohol konserviert: Die Schlangen seien alle giftig, erklärt uns der Parkwächter. Solche wollen wir natürlich lieber nicht sehen.
Zunächst ist der Pfad noch betoniert. Wir wandern gemächlich voran und die Kinder verhalten sich vorbildlich still. Wir sehen Schmetterlinge und ich meine, wir hätten in den Wipfeln über uns ein Tier aufgescheucht. Als erstes erreichen wir einen Wasserfall und steigen eine Treppe hinab zu dem Becken, in dessen hellblaues Wasser er stürzt. Der immer schlechtere, matschige Weg führt uns dann zu einer Aussichtsbühne. Im richtigen Augenblick reisst die tiefe Wolkendecke auf und gibt den Blick auf den Vulkankegel unter blauem Himmel frei. Dann ziehen wir weiter zu einem Gumpen und Zug des hellblauen Wassers. Einige Schritte weiter blubbert eine Gasquelle aus dem Fluss. Über zwei Hängebrücken erreichen wir einen Zusammenfluss, hinter der erst das Wasser seine Hellblaue Farbe annimmt. Offenbar handelt es sich um ein schwer lösliches Metallsalz. Ich tippe auf Kupfercarbonat.
Wir kehren um. Man merkt Carl und Luis inzwischen die lange Wanderung an. Sie maulen laut und somit schwindet jegliche Hoffnung, noch irgendwelche Tiere sehen zu können. Wir spülen am Eingang zum Weg den Schlamm von den Schuhen und bestellen im Lokal gegenüber Plato Casero. Den Kindern schmeckt "Fresca", die hiesige Grapefruit-Limonade, Britta und ich teilen uns ein Bier.
Zurück in unserer Cabina machen wir eine Pause, dann gehen die Jungs und ich noch einmal in den Fluss und spritzen uns mit dem kalten Wasser gegenseitig so richtig nass. Britta begleitet uns und hält die Wasserschlacht für die Nachwelt fest. Die Zeit bis zum Abendessen überbrücken wir Kartenspielen.
Dienstag, 24. Dezember 2013
3. Tag: Dschungelwanderung zum blquen Fluss
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