Es geht wieder einmal früh aus den Betten: Wenn wir die Fähre um neun Uhr erreichen wollen, müssen wir zwischen sechs und sieben am Kai in Paquero sein. Wir verabschieden uns von Brigitte und Leon und machen uns auf den Weg. Die aufgehende Sonne zieht lange Schatten über die Straßen und wir erreichen die Fährstation als fünfte in der Reihe. Während die Fähre noch entladen wird, kaufe ich Kaffee und Törtchen. Jedes Fahrzeug wird zur Rampe geleitet und der Fahrer erhält einen Schein, den man beim Kauf der Fahrscheine wieder abgibt. Ich mache ein paar Bilder von der Fähre, dann warten wir auf die Beladung.
Wir stellen fest, wir hätten uns ruhig etwas Zeit lassen können. Als um neun Uhr wird das Tor zur Auffahrt geschlossen wird, gibt es in der Fähre immer noch Platz. Kurz vor dem Ablegen springt ein Rochen aus dem Meer, dann lassen wir die Halbinsel hinter uns.
"Lleva, lleva! En la pincha!" Die Kinder und ich warten neben einem Straßengrill darauf, dass Britta von Bord kommt. "Que rica la la carne! Mil colones!"
"Papa," fragt Carl, "Darf ich so einen Spieß?"
"Auf keinen Fall!"
Als eine der Letzten kommt Britta endlich von Bord und wir reihen uns in den Stau ein, der aus Puntarenas führt. Nur im Schritttempo geht es voran. Es müssen wirklich sehr viele Leute zwischen den Feiertagen unterwegs sein, Brigitte hatte uns ja gewarnt. Dann erkennen wir an einer Kurve, dass die Spitze des Staus von einigen wenigen Fahrzeugen mit leuchtenden Warnblinkern gebilldet wird. Endlich wird die Fahrbahn zweispurig und wir erkennen beim Überholen das Hindernis: Ein Leichenwagen mit dazugehörigen Trauerzug erachtet eine würdige Geschwindigkeit für wichtiger als den schnöden Wunsch aller übrigen Autofahrer, an ihre Ziele zu kommen.
Geneüber ein paar Buden am Rio Tarcoles machen wir eine kurze Pause. Ich passe auf das Auto auf während Britta und die Kinder die Hauptattraktion bewundern gehen. Nach einer Viertelstunde sind sie zurück: "28 Krokodile haben wir gezählt, im Fluss unter der Brücke und am Land. Die meisten lagen nur herum und ignorierten die jungen Reiher zwischen ihnen."
Und weiter geht es auf der Ruta 34 gen Südosten. Wir essen sehr gut an der Landstraße hinter Parrita in der "Chicharronera Chepe", ein glücklicher Zufallfund. Brittas Chifrijo erinnert an Feijoada!
Die übrigen Stunden bis zu "Rio Tico" - unserer Unterkunft für die Nacht - wird durch "Ausgefressen" verkürzt: einem Hörspiel über ein Erdmännchen, das für einen Detektiv einen Kriminalfall im Zoo löst.
Auch Rio Tico entpuppt sich wieder als kleines Paradies. Unser Wirt Kees zeigt uns unsrere beiden Zelte, die jedes ihr eigenes Bad und Terasse mit Blick auf den Fluss bieten. Dorthin steigen wir herab, nachdem wir unsere Badesachen angezogen und uns Handtücher geschnappt haben. Der Fluss fällt hier in Kaskaden über mehrere Becken und die Kinder springen mutig zwei Meter von den Felsen in kühle Wasser. Beim Wiederaufstieg genießen wir den Duft den Blüten "Wie Kaugummi!" Abemerkt Britta treffsicher. Frisch geduscht essen wir zu einem von Kees empfohlenen Restaurant zu Abend.
Montag, 30. Dezember 2013
10. Tag: Fähre und Urwaldbad
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen