Mittwoch, 25. Dezember 2013

5. Tag: Nasenbär und Waldtherme

Heute kommen wir wieder erst etwas später aus den Federn und sind sogar die letzten beim Frühstück. Dieses dauert umso länger, da Luis sich von seinem Buch nicht trennen mag: Er bekam zu Heiligabend u.a. "Würfelwelt", eine Geschichte, die im Computerspiel "Minecraft" spielt. Dabei wollten wir doch früh los, um bei unserer Wanderung zum Rincón de la Vieja vielleicht wieder ein paar Tiere zu sehen. Hinter der Schranke - Die Straße zum Nationalpark führt über Privatbesitz - sehe ich am Straßenrand eine Bewegung. "Nasenbär!" Rufe ich. Britta steigt in die Eisen und wir können noch ein paar Blicke von dem Tier erhaschen, bevor es in einen tiefen Graben neben der Straße verschwindet.
Der Wald in dieser Gegend ist eher trocken und nicht ganz so dicht. Wir beginnen unsere Wanderung über eine Hängebrücke und durch eine Ebene, an mehreren Quellen heißen Schlamms vorbei. Die Wege zu jedem dieser Löcher sind ausgeschildert, doch das ist eigentlich unnötig: Man riecht sie schon von weitem. Der Wanderweg ist gut besucht und unsere Hoffnung auf weitere Tiere schwindet. Dann geht es ein Stück in den Wald am Vulkan, der Weg ist nun schattiger und kühler. Hier und da kündigen Schilder und warme Schwaden vulkanische Dampfquellen an. Nach zweieinhalb Stunden sind wir wieder am Beginn des Weges und melden uns beim Parkwächter ab.
Unsere nächste Station sind die "Rio Negro Hot Springs", eine Therme am Fluss, mitten im Wald. Auf der Fahrt dorthin beschließen wir, statt Mittagessen Kekse und Chips mitzunehmen. Wir ziehen uns hinter dem Eingang um und marschieren einen Kiesweg entlang unter den Bäumen zu einer Hängebrücke, unter deren anderem Ende drei Pools auf uns warten. Das Vulkanische Wasser ist angenehm heiß und wir lassen uns nach eienm kurzen Keks-Imbiss dort gerne nieder - bis auf Luis, der seine Nase nicht aus seinem Buch heraus bekommt. Schliesslich schenkt jedoch auch er uns seine Gesellschaft. Wir probieren noch zwei Becken auf der anderen Seite der Brücke, dann machen wir uns wieder auf den Weg. Bei der hübschen Rincón de la Vieja Lodge gibt es frisch gequirlten Ananassaft mit Blick auf einen Teich und grasenden Pferden. Endlich kehren wir wieder zurück zum "Sol Verde", vorbei an Pferden, die über die Straße zu ihren Kopplen getrieben werden.
Im Sol Verde werden wir für den Mangel an Wildtieren entschädigt: Ich schreibe gerade diesen Eintrag, Luis beendet das Buch und Carl liegt in der Hängematte, als uns ein armlanger schwarzer Leguan besucht. Wie selbstverständlich marschiert das Tier unter dem Zaun hindurch, an Carl vorbei und klettert den nächsten Baum hoch. Der Abend endet mit Surinamesischen Hühnchencurry, von unseren Wirten würzig-scharf zubereitet.

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