Mittwoch, 1. Januar 2014

12. Tag: Reitausflug im Fluss

Weil es gestern etwas später wurde, schlafen wir heute aus: Um sieben Uhr aufstehen gilt hier als spät. Unser Frühstück holen wir uns im Ort: Frischen Fruchtsaft, Kuchen und Kaffee. Um zehn Uhr holt uns unser Führer mit den Pferden ab. Als es aus dem Ort heraus und zuerst steil hinauf und danach noch steiler hinunter geht, wird es Carl etwas mulmig; zudem sind die Steigbügel der Kinder viel zu tief. Als wir im Fluss ankommen, würde Carl am liebsten umkehren, doch er überwindet sich. Uns so geht es durch den Dschungel das Gewässer herauf - mal durch flaches, mal durch tiefen Wasser und bald habe ich den Fluss in den Stiefeln. Irgendwann wird unsere Gruppe durch einen streunenden Hund adoptiert. Nach über einer Stunde heisst es absitzen und Pferde fest machen. Den Wasserfall können wir schon hören, als wir den Rest des Weges zu Fuß laufen. Dann stehen wir vor dem Naturschauspiel: aus zwanzig Metern fällt dasnWasser in mehreren Stufen hinab. Der Nebel, den das stürzende Wasser versprüht überzieht die Felsen mit einer glitschigen Schicht. Wir nehmen eine kleine Erfrischung zu uns, dann werden wir zu einer ruhigeren Stelle geführt. Britta und die Kinder nehmen ein kurzes Bad, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Die Sonne spielt auf dem Wasser und leuchtet durch die Blätter, immer wieder rufen Tiere im Wald.
Dann verlassen wir das Flussbett und kehren über staubige Straßen zurück. Carl reitet inzwischen ebenso sattelfest wie Luis. Der Streuner, der uns bis zu unserer Herberge gefolgt ist, lässt sich bei den Pferden vor dem Eingang nieder und wir verabschieden uns von unserem Führer mit guten Neujahrswünschen.
Für das Mittagessen wurde uns das "El Tortugo" empfohlen, es liegt an einer Flussmündung am Strand. Die Bedienung bestätigt uns, dass es am Strand manchmal kleine Krokodile gebe. Das richtig große sei bisher immer im Fluss geblieben, wir könnten also beruhigt sein. Die Entdeckung des Tages ist Chayote, das zu Brittas Reis mit Garnelen als Beilage serviert wird. Der grüne Kürbis schmeckt mit Pfeffer sehr angenehm.
Als Britta und die Kinder am Strand baden, mache ich mich auf den kurzen Weg zur Unterkunft. Der  Himmel hat sich verdunkelt und ich hatte mir ein paar Sachen auf die Leine gehängt - in den Tropen ohnehin ein Zeichen von wirklichkeitsfernem Optimismus. Tatsächlich prasselt schon bald ein lauer Tropenregen herab, durch den wir zum Abendessen wandern. Hoffentlich hat es morgen damit sein Ende, wenn wir die Strandwanderung machen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen