Sonntag, 5. Januar 2014

15. Tag: Quetzal und Forellen

Kurz nach Sonnenaufgang verlassen wir Martinas Herberge und schleppen unser Gepäck hinab zum Strand. Bis die Boote zurück nach Sierpe kommen, dauert es noch ein paar Minuten und so gönnen Britta und ich uns einen Kaffee im El Pirata. Wieder einmal fällt mir auf, wie sehr staatliche Umweltverbote die Menschen behindern. Wir beobachten, wie ein Einheimischer einen Kühlschrank auf dem Rücken durch die Brandung schleppen muss. Die Menge stöhnt auf, als eine hohe Welle ihn Wanken lässt. Dann steht das gute Stück in einem der Wassertaxis.
Bald ist auch unser Boot da, unser und das Gepäck der anderen zurück Reisenden wird verstaut und das Boot rast los. In Sierpe verpflegen wir uns mit einem kurzen Frühstück mit Blick auf den Fluss und dann geht es in Richtung San Gerardo de Dota, unserer Station für die nächsre Nacht. Dort wollen wir Forellen angeln und den Quetzal sehen.
An der Küste machen wir gut Strecke, dann geht es in die Berge. Zunächst haben wir eine weite Sicht in die Landschaft. Dann winden wir uns die Kurven hinauf in die Wolken und verbringen viel Zeit hinter Sattelschleppern. Schließlich biegen wir in die Schotterpiste hinab in das Tal des Rio Savegre ein.
Zum etwas verspäteten Mittagessen finden wir uns in San Gerardo bei "Miriam" ein: Im kleinen Lokal an der Straße gibt es einheimische Hausmannskost inklusive Vogelbeobachtung. Unter anderem sehen wir neben den Kakaobäumen einen Eichelspecht. Eine Tochrer der Wirtin führt uns zu unserer Unterkunft für die Nacht: Eine Cabaña mit Blick auf das Tal. Dem Pfad herab folgend würden wir auf  Peter treffen, einem amerikanischen Biologen der hier lebt und von dem wir Abgelruten bekommen könnten. Peter ist jedoch nicht da, wir werden statt dessen von einer Dame erwartet, die uns einen Baum vor Peters Haus zeigt: Auf einem Ast entdecken wir ein Quetzal-Weibchen!
Ermutigt steigen wir den Pfad weiter herab. Auf einer Wiese neben dem Fluss ist ein kleiner Teich angelegt, in dem Zuchtforellen schwimmen. Wir wandern den Pfad Flussaufwärts und auf einem gefällten Baumstamm ans andere Ufer. In den Gumpen sind immer wieder Forellen zu erkennen. Schließlich verschwindet die Sonne hinter der Talwand und wir machen kehrt. Luis und ich nehmen uns noch Zeit, um die Zuchtforellen zu veräppeln, dann sind wir auch bald wiedr bei unserer Cabaña. Ob es im Ort ein Cafè gibt? Also ab ins Auto und wir fahren die Straße hinab. Wir kommen an luxuriös angelegten Fischer-Lodges mit gepflegten Parks vorbei und kehren in einem offensichtlich für Angler eingerichteten Restaurant für eine Limonade ein.
Es wird hier schnell dunkel und die Mücken finden sich ein. Der Weg die gewundene Straße zurück das Tal hinauf kostet Nerven. Wir wollen uns für die verpasste Angel-Gelegenheit mit Abendessen im Restaurant gegenüber unserer Cabaña belohnen, doch wenn man nicht reserviert hat, nehmen die nur Hausgäste. Also besuchen wir wieder Miriams Lokal, die uns wie zuvor herzlich bewirtet. Vor dem zu Bett gehen betrachte ich noch einmal die Sterne, die hier auf 2500 Metern besonders klar zu sehen sind.

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